„Die verlässliche Kraft“ im Kreis

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Der neue Unterbezirksvorstand der SPD (von links): Vinzenz Bailey, Kerstin Schüler, Christoph Degen, Susanne Simmler, Oliver Habekost, André Kavai und Karin Linhart. Foto: Luidwig

Zeitungsbericht im ePaper der GNZ vom 23.04.2018

Gelnhausen-Hailer (jol). „Wir sind die zuverlässige Kraft im Main-Kinzig-Kreis“, wandte  sich der Unterbezirksvorsitzende Christoph Degen kurz vor seiner Wiederwahl an die Genossen der SPD. In der Hauptversammlung stellte der Unterbezirk Main-Kinzig in der Jahnhalle Hailer mit einem starken Vorstandsteam und einem Votum für Bildung und Erziehung, Infrastruktur und sozialen Wohnungsbau als zentralen Themen für die Landtagswahl die Weichen für die kommenden beiden Jahre.

Mit Applaus wurde der Unterbezirksvorsitzende Christoph Degen von den Genossen gefeiert. „Ich bedanke mich für die Wahl und freue mich über das Vertrauen und die drei Gegenstimmen“, erklärte der Landtagsabgeordnete aus Neuberg. Er werde seine ganze Kraft einsetzen, die SPD im Main-Kinzig-Kreis als verlässliche und führende Kraft zu erhalten. Dabei kann sich Degen auf einen starken Vorstand verlassen. Mit vereinzelten Gegenstimmen wurden Oliver Habekost, Karin Linhart und Susanne Simmler ebenfalls für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Als vierte Stellvertreterin wurde die Gelnhäuserin Kerstin Schüler gewählt, die damit die Nachfolge der Gelnhäuser Stadträtin Claudia Dorn antritt und als Stadtverbandsvorsitzende einen weiteren Blickwinkel in den Vorstand einbringt. André Kavai wurde als Nachfolger von Karl Netscher, der über viele Jahre die Finanzen der SPD perfekt im Griff hatte, zum Schatzmeister gewählt. Mit 17 Gegenstimmen bei 122 stimmberechtigten Mitgliedern erhielt der Mitgliederbeauftragte Vinzenz Bailey das schwächste Votum. Zuvor hatte es leise Kritik von Jutta Straub (Landtagskandidatin im Wahlkreis 41) daran gegeben, dass seine Arbeit in den halbjährlichen Neumitgliedertreffen nicht transparent genug sei, und es sei nicht klar, welches Leitbild vermittelt werde. Zudem werden insgesamt 18 Beisitzer, die aus 28 Kandidaten ermittelt worden waren, im Unterbezirk Main-Kinzig mitarbeiten.
Mit dem Fokus auf die Verlässlichkeit blickte Degen auf das Wirken der SPD vor Ort. Mit Landrat Thorsten Stolz und der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler stelle man eine hervorragende Kreisspitze. „Wir stehen zum Koalitionsvertrag mit der CDU, allerdings haben wir entschieden, diesen noch nicht zu unterschreiben“, erklärte Degen, erst die Konsolidierung des Partners in der Großen Koalition, die zu 70 Prozent die Handschrift der Sozialdemokraten trage, abwarten zu wollen. Simmler und Stolz blickten auf die großen Erfolge, die in einem florierenden Kreis erarbeitet worden seien. Dabei würde nicht nur stark in Schulen und Krankenhäuser investiert, sondern auch die Kreisfinanzen würden konsolidiert und der Zusammenhalt der Gesellschaft gefördert.
Während die SPD im Kreis mit der CDU zusammenarbeitet, ist das Ziel zur Landtagswahl am 28. Oktober ein ganz anderes. 20 Jahre Christdemokraten an der Spitze der Landesregierung sind für die Genossen genug. „Wir wollen in Wiesbaden wieder die Verantwortung übernehmen!“ Dafür sieht sich die SPD sehr gut aufgestellt, denn die Fehler des Wahlkampfes zur Bundestagswahl wurden genau analysiert. „Sachlich war alles ist Ordnung, doch wir müssen konkreter sein.“ Genau deshalb wurde im ersten Antrag des Tages über die drei wesentlichen Säulen des kommenden Kampfes um die Stimmen der Bürger diskutiert. Dabei geht es um die Schaffung von günstigem Wohnraum, wie sie der Main-Kinzig-Kreis auf Bestreben der SPD bereits unterstützt. „Wir konnten zwar den Verkauf der Nassauischen Wohnstätten verhindern, aber wenn man die Hälfte dieser Wohnungen verkauft, braucht man sich nicht zu wundern, dass günstiger Wohnraum fehlt.“ Zudem werde sich die SPD in einer Landesregierung nicht nur für kostenfreie Betreuungsplätze im Kindergarten entscheiden, sondern auch die Kommunen um 80 Prozent der Kosten in diesem Bereich entlasten. „Das alles geht nicht von heute auf morgen, aber wir werden es anpacken.“ Aus den Reihen der Mitglieder kam der wichtige Hinweis, die Eltern nach dem Kindergarten nicht in ein Loch fallen zu lassen und auch die Schulkinderbetreuung in den Blick zu nehmen. Die Initiative der derzeitigen Landesregierung sei nicht mehr als eine Mogelpackung. Das gleiche Dilemma gebe es bei der Infrastruktur, die der florierenden Wirtschaft und den vielen Pendlern schon lange nicht mehr gerecht werde.
In der weiteren Diskussion ging es um die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum und die Verhinderung eines Atommüll-Zwischenlagers in Hanau. Im Laufe der Sitzung lobte Christoph Degen vor allem die Diskussionen im Kreis, die rund um die GroKo in Berlin geführt worden seien. Es sei immer sehr sachlich geblieben. Der Unterbezirksvorstand und die Delegierten hätten einen engen Kontakt zu den Mitgliedern gesucht. Dies soll auch in Zukunft so bleiben, wenn um die Zukunft der SPD im Bund gerungen wird. Gerne zeichnete Degen mit den Ortsverbänden aus Hasselroth, Steinheim, Hammersbach und Erlensee die aus, die sich in der Fünf-Sterne-Aktion besonders aktiv gezeigt hatten.
Die Mitgliederzahlen stiegen durch die Entwicklungen in einem Jahr von rund 3 550 auf mehr als 3 700 an, auch wenn einige schon wieder ausgetreten seien.

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